Vorweg sei darauf hingewiesen, dass wir aufgrund der hohen Nachfrage die Fotos zum ersten Eintrag nun endlich hinzugefügt haben. 😉
Außerdem möchte ich, Caroline, mich für die vielen Glückwünsche bedanken!

Im ersten Eintrag haben wir bereits versprochen, dass es noch etwas über Delhi gibt. Also nun noch etwas zu dem, was uns dort so passiert ist.

Am ersten Tag sind wir noch etwas durch die Gassen gestiefelt und wollten uns unser Abendessen suchen. Aufgrund der doch fehlenden Hygiene haben wir uns dann doch nur für eine Packung Kekse und eine tüte Chips aus dem Supermarkt entschieden (Experimentierfreudigkeit bei Chips kann bestraft werden, es waren Pfefferminz-Chips…).
Auf der Straße wurden wir nach kurzer Zeit prompt von einem jungen Inder angesprochen. Wir kamen ins Gespräch und er erzählte uns in perfektem Englisch, dass er in Australien zur Schule geht und nur über die Ferien in Delhi sei. Er wirkte sehr hilfsbereit und meinte wir sollen niemandem trauen, er würde uns zum offiziellen Touristenbüro schicken. Zwar wurde im Lonely-Planet vor genau solchen Situationen gewarnt – mit dem Vermerk, dass man meist bei nicht offiziellen Touristenbüros landet und über den Tisch gezogen wird. Aber der Junge wirkte doch so nett! Wir glauben an das Gute im Menschen. Man darf uns auch zu recht als ein wenig Naiv bezeichnen. Wie dem auch sei, wir stiegen also in eine von ihm angehaltene Auto-Rikscha. Das Ziel war ein Touristenbüro in irgendeiner Seitenstraße und wir verloren erst einmal den Glauben an das Gute im Menschen. Lange Rede kurzer Sinn, das Büro stellte sich nach eigener intensiver Überprüfung doch als eines der beiden offiziellen Büros heraus (Touristenbüro D.T.T.D.C. – http://www.delhitourism.gov.in) und wir konnten hier für den nächsten Tag einen Fahrer (Naadej) buchen, welcher uns quer durch Delhi kurvte und uns zu einigen Touristenattraktionen brachte. (Puuh, Glück gehabt. Es gibt sie also wirklich: die hilfsbereiten, freundlichen Menschen. 🙂 ) Die Fahrt kostete für den Tag 600 Rupien und war so um 1400 Rupien günstiger als der Hop-On-Hop-Off-Bus.
Wir besuchten den Shri Lakshmi Narain Temple. Nach dem Hindutempel ging es weiter zum Lotustempel, welcher sehr der Oper in Sydney ähnelt. Der Tempel gehört einer Sekte, soll aber eine Begegnungsstätte vieler Religionen sein. Dann ging es weiter zum Indira Ghandi Museum und anschließend zu einem Bazar, dem Delli Haat. Gut gefallen hat uns das Humayun’s Tomb. Das prächtige Sandsteingebäude war umgeben von einer schönen Parkanlage. Die Tour endete dann so gegen vier Uhr mit einem verspäteten Mittag- oder verfrühten Abendessen.
Am Abend buchten wir dann noch die Weiterfahrt im Touristenbüro. Eigentlich soll es möglich sein die Zugtickets auf eigene Faust zu kaufen, aber wir waren spät dran und haben die anstehenden großen Feiertage vergessen: Diwali. Alle Tickets waren bereits ausgebucht. Aber wir hatten Glück, dass es über das Touristenbüro doch noch möglich war die Tickets zu bekommen. Einziger Nachteil, wir mussten (angeblich) einige Nächte in Hotels mitbuchen. Eine andere Möglichkeit würde es nicht geben. Immerhin warten nun in Pushkar, Agra und Jaipur Hotels auf uns, inklusive Abholservice vom Bahnhof und teilweise mit Swimmingpool… Klingt nach Luxus-Reise, aber im großen und ganzen ist es trotzdem nicht viel teurer als unsere Low-Budget Lösungen bisher. Glück gehabt!

Am letzten Tag in Delhi schlugen wir uns selbstständig durch die Stadt. Mit der Metro ging es zum Red Fort in Old-Delhi. Wenn man die Metro verlässt bleibt einem gar nichts anderes übrig, als dem Fluss der Menschenmassen zu folgen und sich von ihr zur Hauptstraße führen zu lassen. Das Red Fort war nicht weit entfernt, doch durch den Smog konnte man nicht mehr als nur die Silhouette erahnen.

Weitere Auswirkungen des anstehenden Diwali-Festes sind die Unmengen an Schulklassen die nun Wandertage haben und sich in allen Museen und bei den berühmten Sehenswürdigkeiten tummeln. Man wird als Tourist entweder heimlich fotografiert oder von der mutigen Sorte Schüler angesprochen ob man mit ihnen zusammen ein Foto machen könne. Inder scheinen sowieso von Kameras fasziniert zu sein. Sobald sie unsere Kamera erblicken fragen sie: „Foto Sir? Please Foto!“

So viel nun über Delhi. Wir sind froh hier gewesen zu sein, man muss die Stadt einfach mal erlebt haben, aber mindestens genauso froh sind wir nun die Stadt wieder verlassen zu können!

 

Bis bald und liebe Grüße,

Caro und Tobi