Jetzt geht es Schlag auf Schlag…vorerst.

Von Udaipur aus ging es mit dem Zug nach Pushkar.
Pushkar ist für Hindus eine heilige Stadt. Der Legende nach gelang es dem hinduistischen Schöpfergott Brahma einen wütenden Dämonen zu töten. Die Blätter einer Lotusblume die er dabei in der Hand hielt fielen an 3 verschiedenen Orten zu Boden, an denen daraufhin Seen entstanden sind. Der bedeutendste dieser Seen liegt in Pushkar. Hier hat Brahma bei Vollmond dem Gott Kartik ein Opfer gegeben. Seine Gemahlin Savitri konnte bei diesem Ereignis nicht beiwohnen, so dass Brahma schnell das Gurjar Mädchen Gayatri heiratete. Savitri war darüber so wütend, dass sie alle Anwesenden der Opferzeremonie verfluchte und verkündete, Gott Brahma dürfe nur noch in Pushkar verehrt werden. (http://www.indien-touristik.de/Indien/Feste/feste.htm). Tatsächlich gibt es in ganz Indien nur noch einen Brahma-Tempel – und zwar in Pushkar.

Die Stadt selber ist mit seinen knapp 15000 Einwohnern sehr klein. Sie besteht aus dem oben bereits genannten See, welcher von insgesamt 54 Ghats  (heilige Badestätten) umgeben ist. Die restliche Stadt besteht aus einer langen Einkaufsstraße und 400 Schreinen beziehungsweise Tempeln. Gefühlt ist jedes zweite Haus in Pushkar ein Tempel.

Für die Hindus ist es üblich Blüten in den See zu legen und dabei zu beten. Diese Tradition wird gnadenlos ausgenutzt um den Touristen das Geld aus den Taschen zu ziehen. Überall wollen die Einwohner einem eine Blüte in die Hand drücken, welche man in den See legen soll – das macht man so aus Respekt. Problem dabei ist allerdings, am See wartet dann ein Mönch oder Priester und möchte für dich beten. Der Segen kostet allerdings umgerechnet bis zu 100€ wie wir in anderen Berichten gelesen haben. Wir konnten uns von Anfang an dagegen wehren, allerdings muss man dann damit rechnen unfreundlich von den Ghats vertrieben zu werden. Gott sei Dank gibt es auch einige wenige ruhige Badestätten am See, an denen man den Ausblick ohne Priester genießen kann.

Zu der Zeit als wir in der Stadt waren war Diwali. Für Interessierte hier etwas zu dem Diwali-Fest:
Von mehreren Indern haben wir gehört, dass sie an diesem Tag für Erfolg und Geld beten würden. Die Gebete richten sich an die Göttin Lakshmi, der Göttin des Erfolgs und des Wohlstandes. Geschäftsleute putzen und streichen ihre Läden neu, in der Hoffnung, dass Lakshmi ihnen für das kommende Jahr beisteht. Das Fest findet immer am 20. Tag nach Neumond im Herbst statt.
Das Diwali-Fest wird auch das Lichterfest genannt. Überall werden Lichterketten aufgehängt und Öllampen aufgestellt, damit die Götter den Weg in die Häuser finden. Nicht allein durch die festliche Dekoration gleicht dieses Fest unserem Weihnachten. Es ist ein Familienfest an dem man an seinen Heimatort zurückkehrt. Man beschenkt sich gegenseitig: Frauen bekommen Schmuck, Männer neue Kleidung und für die Kinder gibt es Süßigkeiten und Spielzeug.
Eine weitere Eigenart an diesem Tag, es gibt ein Feuerwerk und es werden jegliche Arten von Böllern in die Luft gejagt, welche allerdings eher an Dynamitstangen erinnern. Wer auch immer in Deutschland für die Zulassung von Feuerwerkskörpern zuständig ist hätte seine helle Freude… Wir waren jedenfalls froh das ganze heil überstanden zu haben.

Da wir in Pushkar sechs Tage waren und die Stadt bereits nach einem Tag weitestgehend erkundet hatten, haben wir die Zeit gut genutzt. Zum Beispiel während einer Massage wurde unser ganzer Körper in 75 Minuten komplett durchgeknetet. Eigenart dieser Ayuverda-Massage, es wird viel, sehr viel Öl benutzt. Aber es lohnt sich. (Problem: Abends war das oben genannte Diwali-Fest mit dem Feuerwerk und so war zumindest bei Caro die Entspannung komplett verflogen…).

Ein weiteres Highlight war eine dreistündige Kamel-Safari durch die Wüste, welche sich komplett um Pushkar erstreckt. Kamele sind einfach geniale Tiere. Sie strahlen stets eine Ruhe und Zufriedenheit aus, welche beneidenswert ist.

So haben wir die Tage in Pushkar sehr gut umbekommen und konnten die Ruhe genießen.

 

Weitere Einträge folgen in Kürze. Wir hinken etwas hinterher 😉

Liebe Grüße,
Caro und Tobi