Delhi hinterlässt einen bleibenden Eindruck

Ein allgemeiner Eindruck von Delhi.

Die Ankunft in Delhi am Flughafen war sprichwörtlich Die Ruhe vor dem Sturm! Es war sauber, modern und ruhig. Wenn man einmal die Sicherheitskontrolle passiert hatte befand man sich in einer futuristischen Metro. Kein Vergleich zu den schmuddeligen, dreckigen Metros und U-Bahnen der deutschen Großstädte.

Und auf einmal war man mitten in Delhi! Wir haben viele Reiseberichte gelesen und uns innerlich bereits darauf vorbereitet und TROTZDEM ist man im ersten Moment mit allen Sinneswahrnehmungen überfordert.

Es ist laut. Überall hört man Autohupen und Menschen sprechen. Von irgendwo hört man ständig ein hello my friend! oder Taxi? Rikscha? Autorikscha? Hotel? Immer wieder wird versucht einem irgendetwas zu verkaufen oder den „richtigen“ Weg zum „richtigen“ Touristen-Büro zu zeigen. Oftmals ist es schwierig einzuschätzen, wer einem nun aufrichtig helfen oder doch übers Ohr hauen möchte. Die erste Reaktion ist aus diesem Grunde immer Misstrauen.

Es stinkt. Delhi ist eine der dreckigsten und hektischsten Städte die man sich vorstellen kann. In unregelmäßigen und kurzen Abständen steigt einem der Geruch von Müll und Urin in die Nase. Man kann nicht frei atmen, ganz automatisch hält man die Luft an. Viele Pfützen haben sich gebildet, aber man will lieber nicht wissen woraus diese Flüssigkeit besteht. Auch öffentliche kostenlose Toiletten bekämpfen das verrichten von Notdurften auf der Straße unzureichend.

Die Augen können die ganze Szenerie kaum erfassen. Der Himmel ist bedeckt vom Smog, der Boden ist teils asphaltiert, teils festgetretene Erde, es staubt, überall liegt Müll. Läuft man durch die Gassen und Straßen der Stadt sieht man immer wieder die absolute Armut. Obwohl es laut ist und überall sich die Menschen durch die Gassen drängen, liegen auf den Gehwegen oder an Straßenrändern ausgemergelte und ausgehungerte Menschen. Bei Einigen zweifelt man ob Sie noch am Leben sind. Vor Erschöpfung und ohne Dach über dem Kopf schlafen zahllose Menschen auf dem harten Beton, umgeben von Menschenmassen und Abfallhaufen. Aber gerade aus diesen Abfallhaufen entsteht auch die eine oder andere Behausung. Die Menschen wohnen hier teilweise einfach in dem, was sie sich aus dem Gefundenen zusammengezimmert haben. Man sieht Hunde mit offenen, tiefen Wunden im Kopf oder einem abgetrennten Ohr. Menschen husten einem entgegen ohne sich die Hand vor den Mund zu halten. Andere spucken einem genau vor die Füße.

Auf den Straßen ist ein ständiges Stop-and-Go, da der Verkehr überlastet ist von den vielen Autos, Rollern, Motorrädern, Autorikschas, Rikschas, Holzkarren, Fahrrädern und Menschen. Hier herrscht immer das Recht des Größeren. Busse vor Autos, Autos vor Autorikschas und Autorikschas vor Fahrradrikschas.
Zur Fahrt mit der Autorikscha lässt sich folgendes sagen. Eine Autorikscha ist eigentlich nur ein Roller mit einer bedeckten Sitzbank für 2 Europäer oder bis zu 6 Indern. Vorne, an der Seite oder Hinten sucht man vergebens nach einer Knautschzone. Sicherheitsabstand existiert nicht. Abstand ist relativ und wenn man einen Rollerfahrer streift ist dies noch lange kein Unfall. Man fährt dicht auf, man überholt waghalsig, man bremst in letzter Sekunde und wenn es irgendwie geht beschleunigt man. Spuren gibt es nicht. Ampeln werden ab und an berücksichtigt. Und jetzt kommt eine witziger Fakt: In Indien gibt es Fahrschulen und man muss einen Führerschein machen! Man fragt sich, ob dort nur die Praxis oder auch ernsthaft die Theorie gelehrt wird. Wir haben auf jeden Fall niemanden gesehen, der sich auch nur im entferntesten an Verkehrsregeln hält!
Hupen ist das Kommunikationsmittel der Verkehrsteilnehmer untereinander und es wird rege miteinander kommuniziert.
Nachdem Caro mehrmals Stoßgebete gen Himmel geschickt hatte, fast durchgängig erschrocken geschrien und immer fleißig mit dem Fuß mitgebremst hat, die Lunge gefüllt war mit Abgasen, war sie heilfroh gesund und unbeschadet aus der Rikscha aussteigen zu dürfen.

Falls man sich vor diesem ganzen Trubel verstecken möchte geht man entweder in das Hotelzimmer oder in ein Museum. Hier findet man wenigstens etwas Ruhe, auch wenn die ewigen Hupkonzerte trotzdem noch hereindringen. Möchte man aber die volle Dröhnung, dann versucht man zu einem der vielen Basare zu gelangen, wie etwa dem Gewürz-Basar. Hier herrscht das absolute Chaos und es wird gefeilscht, geschubst, gebettelt und noch viel mehr. Es lässt sich gar nicht in Worte fassen was man hier erlebt und sieht. Schafft man es hier irgendwie wieder heraus ist man erstmal überwältigt und geschockt zugleich.

 

Einige Fakten:

Schon der erste Eindruck von der Hauptstadt Neu-Delhi mit seinen 16 Millionen Einwohnern macht deutlich was Überbevölkerung bedeutet. Mit Hilfe von www.welt-auf-einen-blick.de, www.welt-in-zahlen.de und www.de.statistica.de kann man folgende Daten zusammenfassen:

Die Weltbevölkerung zählt 8 Milliarden Weltbürger wobei schon allein in Indien 1,2 Milliarden Menschen leben. Zum Vergleich, die Niederlande zählt 16,77 Millionen Einwohner und Deutschland hat nur 81,18 Millionen Bürger vorzuweisen.

Natürlich ist Indien flächenmäßig etwa 10 mal größer als Deutschland und es ist ganz natürlich, dass hier mehr Menschen wohnen. Dennoch hat eine Bevölkerung von 1,2 Milliarden Menschen die Konsequenz, dass jeder sechste Mensch auf der Erde ein Inder ist. Und die Anzahl der Menschen wächst hier stetig! Das momentane Wachstum liegt bei 15 Millionen Menschen pro Jahr. Das entspricht 1,4 Prozent. Kein anderes Land auf der Welt kann bei dieser Wachstumsgeschwindigkeit mithalten.

Mag man den Zahlen glauben schenken, dann betrug das Durchschnittsalter in Indien im Jahre 2011 nur 26,2 Jahre. Eine sehr junge Bevölkerung. Das wird deutlich, wenn wir uns vor Augen führen, dass im selben Jahr das Durchschnittsalter in Deutschland 44,9 Jahre betrug. Das kann zusammenhängen mit der unterschiedlichen Lebenserwartungen. Zum Vergleich: 2011 betrug die Lebenserwartung in Deutschland 80,07 Jahre. Frauen konnten auf eine Lebensdauer von 82,44 und Männer 77,82 Jahre hoffen. In Indien allerdings rechnete man mit einer Lebenserwartung von 66,8 Jahren (Frauen: 77,95 Jahre und Männer 65,77 Jahre).

 

Ein zweiter Eintrag zu Delhi wird folgen. Ebenso die Fotos zu Palolem und Delhi.

Liebe Grüße,
Caro und Tobi

7 Responses to Delhi hinterlässt einen bleibenden Eindruck

  1. jenny becks

    Liebe caro. Nun habe ich eure Seite endlich entdeckt. Eure berichte sind großartig.
    Vielen dank, dass ihr uns teilhaben lasst an euren erfahrungen und eindrücken.
    Ich wünsche dir alles Gute zu deinem Geburtstag!
    Lass dich heute richtig verwöhnen und Vorallem weierhin
    Beeindrucken von den zahlreichen momenten die ihr zusammen erlebt.Ich hoffe dir/euch
    Geht es gut und ihr feiert schön, glücklich und zufrieden 🙂
    Alles liebe aus der pfalz ♥
    Jenny

  2. Nina

    Hey Ihr beiden, schön zu hören, dass es euch gut geht. Dir Caroline, senden wir ganz herzliche Geburtstagsgrüße aus der Bollwerkstege nach Indien. Fühle dich in Gedanken ganz fest gedrückt von Nina, Charlotte und Jonathan. Dann wünschen wir euch weiterhin eine aufregende Reise und passt auf euch auf.

  3. Emily

    Hallo Caro, hallo Tobi,

    wünschen Euch beiden weiterhin viel Spaß. Und!!!
    Caro “ Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!!!
    Wünschen Dir
    Nina und Emily

  4. Daniel

    Hallo Ihr zwei Weltenbummler,

    ich schreibe euch bei Original Herbststurmwetter aus der Heimat.
    Eure Berichte sind super schön und ich hänge an jeder Zeile. Genießt jeden Moment dieser wahnsig schönen Reise. Aber da bin ich mir sehr sicher das ihr das macht. Gespannt bin ich auf die Fotos die folgen werden.

    Ganz viel Spaß und bleibt Gesund
    Daniel

    P.S. Sollte ihr zufällig ein Hard Rock Cafe streifen denkt an mich und bringt mir einen Pin mit 🙂

  5. Elena

    Hey Caro! Alles gute nachträglich! Hab’s gestern etwas verpennt…:(
    Aber es hört sich so an, als hättet ihr eine schon schöne und wahrscheinlich noch spannende Reise vor euch!! Ich wünsche euch noch ganz viel Spaß, gutes Wetter, nette Menschen und und und… Freue mich auf den nächsten Bericht! 🙂

  6. Roswitha

    Liebe Caco, auch von uns alles liebe zu deinem Geburtstag. Roswitha, Michou, Jojo, Lenno und Boetia

  7. Michou

    Liebe Caco und Tobi ! Oh man, am liebsten würden man auch dabei sein ! Hört sich einfach super spannend an!
    Auf jedem Fall nochmals JOYEUX ANNIVERSAIRE !
    Ich wünsche Euch noch viel viel Spass und freue mich schon auf die baldigen neue Nachrichten !
    Gros bisous von uns alle
    Michou, Jojo, Lenno und Boécia.

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